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13.08. Am nächsten Morgen ging es früh weiter, nachdem ich mir mit etwas illegal gesammeltem Reisig einen Tee gekocht hatte. Nach einer Weile treffe ich einen Radler wieder, den ich schon am Vortag kurz gesehen habe, und während wir dem Washington Pass entgegenschnaufen unterhalten wir uns sehr nett. Er heisst Rob und kommt aus Los Angeles und ist für ein paar Tage mit dem Fahrrad unterwegs. Er hat zwar ein ziemliches High-Tech-Fahrrad, aber keine sehr kleinen Übersetzungen, so dass er schon ganz schön in die Pedale steigen muss. Irgendwie ergibt es sich, dass wir uns gemeinsam den Pass hochkämpfen. Ich stelle fest, dass es einen ganz schönen Unterschied macht, ob man mit einen kleinen Tagesrucksack im Schwarzwald rumradelt oder mit komplettem Gepäck und 3-4 l Wasser. Schließlich ist auch dieser Pass erreicht und es gibt eine herrliche, ewig lange Abfahrt, bei der mir schon die heiße Luft auffällt, die einem entgegenbläst. Unten in der Ebene zeigt mein Thermometer dann 40 Grad an und als wir an einem Fluss vorbeikommen stürzen wir uns sofort in die kalten Fluten. Winthrop ist ein altes Westernstädtchen, das diese Tradition sehr pflegt und darum an die typischen Kulissen von Wildwest-Filmen erinnert. Da aber hier und da noch tatsächlich alte Schuppen und Häuserfronten zu finden sind, wirkt es nicht allzu kitschig. Während der Abfahrt hatte mich Rob darauf aufmerksam gemacht, dass mein Hinterrad ziemlich flattert und ich musste feststellen, dass eine Speiche gebrochen war. Im Bikeshop in Winthrop war allerdings der Mechaniker gerade an diesem Tag nicht da. Zum Glück hatte ich Ersatzspeichen dabei und es gelang mir die Speiche zu wechseln und den Achter wieder einigermassen zu richten. Ich teile mir mit Rob einen Zeltplatz (der immerhin 20$ kostet) und wir unterhalten uns bei Pfeffersteak und Bier im Saloon über den American Lifestyle und Europa. Er ist Professor für Social Welfare in Los Angeles und sieht vieles in Amerika ähnlich kritisch wie ich, aber auf eine tolerante und wohlwollende Art, die mich daran erinnert, nicht zu sehr meinen Vorurteilen gegenüber den Amerikanern zu frönen...
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