Distanz: 128 km
Zeit: 7 h 53''
Höhendiff. 1940 m
akt. Höhe: 958 m
Tagesschnitt: 16,2 km

Lake Omak

Lake Omak

Colville Indian Reservation

Colville Indian Reservation
 
 
Karte

 

 

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5. Tag: Lake Omak - Twin Lake

 
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14.08. Nach einer etwas unruhigen Nacht (da trotz der einsamen Lage immer wieder mal ein Auto mit Badelustigen mitten in der Nacht vorbeikam) ging es am Morgen durch traumhafte Landschaft weiter durch's Indianerreservat. Die Strasse ist nach ein paar Kilometern nicht mehr asphaltiert und teilweise ist es auf weichem Untergrund mit meinem Lastenesel recht mühsam. Schließlich erreiche ich das Ufer des Columbia River und da ich mich unerklärlicherweise extrem ausgepowert fühle bade ich erst mal eine Weile bevor es weitergeht. In Nespelem, dem ersten Ort seit gestern mittag, bin ich dann völlig fertig, obwohl die Strecke eigentlich gar nicht so schwierig war. Aber nach 2 Riesenkübeln eiskalter Pepsi, ein paar Chickenwings und einer halben Stunde Schlaf in einer Grünanlage bin ich wieder hergestellt.

Die Landschaft ist fantastisch und es ist sehr einsam. Schliesslich komme ich an eine Baustelle, an der der Verkehr mit einer Pilot Car durchgelotst wird. Das heißt man muss warten, bis ein Auto kommt und diesem dann hinterherfahren. Mit dem Fahrrad natürlich schwierig, aber auf dieser Strecke ist anscheinend noch nie ein Radfahrer durchgekommen. Also beschließt der Baustellenleiter mich persönlich mit seinem Pickup durch die Baustelle zu fahren. Auffällig ist, dass hier sehr viele Frauen auf den Baustellen arbeiten und wirklich schwere und anstrengende Arbeiten verrichten. In diesem Punkt sind sie in Amerika wohl mit der Emanzipation schon etwas weiter...

Die Fahrt mit dem Pickup erspart mir einiges an Steigung, mit der ich gar nicht gerechnet habe, da auf meiner Karte keinerlei Pässe etc. eingetragen waren. Entsprechend beunruhigt bin ich als es dann ewig weit runter in einen tiefen Canyon geht (ca. 600-700 m). Unten liegen ein paar weitläufige Farmen, aber als ich mich bei einem Autofahrer erkundige, rät der mir ab, es noch an diesem Tag bis zu meinem eigentlichen Etappenziel Twin Lake zu versuchen. Es ist schon 16.00 Uhr und der vor mir liegende Abschnitt scheint extrem steil und hoch zu sein. Also frage ich bei den umliegenden Farmen an, ob ich eine Nacht auf ihrem Land zelten darf. Ich bin nicht schlecht überrascht, als es mir 2 mal hintereinander passiert, das nur ein kleines Mädchen schüchtern ans Gatter kommt um mir mitzuteilen dass sonst niemand daheim ist. So idyllisch die Farmen auch aussehen, offensichtlich müssen ihre Bewohner sich noch irgendwo mit Lohnarbeit was dazu verdienen. Also beschließe ich, es doch zu versuchen, und siehe da, ich habe irgendwie noch ganz gut Energie, obwohl ich schon am späten vormittag so einen Hänger hatte.

Gegen Abend erreiche ich Twin Lake und offensichtlich sieht man mir an, dass ich gerade knapp 2000 Höhenmeter und 128 km hinter mir habe, denn ich werde von einer Familie gleich zu einem Bier und dann zum Abendessen eingeladen.

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